Obernzenn

Wasser bremsen, Boden- und Nährstoffausträge gleich mit

Ortseingang der Ortschaft Limbach
© Verwaltung für Ländliche Entwicklung

Ausgangssituation/ Problemstellung
Am 29. Mai 2016 hat ein Starkregenereignis ( 130 mm in 5 Stunden) das Gebiet (Nachbargemeinde von Flachslanden) heimgesucht mit der Folge von starkem Abschwemmungen von Bodenmaterial aus den landwirtschaftlichen Flächen, Überflutungen in mehreren Orten und vielen Schäden an Gebäuden. Wasserabflusswege, die sonst kein oder nur wenig Wasser führen, entwickelten sich zu reißenden Bächen. Zusätzlich fiel auf, dass der Obernzenner See zwar viel Wassermassen zurückhielt, jedoch seitdem erneut und verstärkt von Blaualgen befallen wird.
Projektgebiet
Die Gemeinde Obernzenn ist naturräumlich der Frankenhöhe zuzuordnen, die sich über die Landkreise Neustadt a.d. Aisch-Bad Windsheim und Ansbach in Bayern sowie Schwäbisch Hall und dem Ostalbkreis in Baden-Württemberg erstreckt.

Die Gemeinde Obernzenn befindet sich geologisch im Gebiet des mittleren Keupers, der durch eine stufige Abfolge von Sandsteinen, Ton- sowie Gipslagen mit schluffigen Komponenten charakterisiert ist. Aufgrund der Geologie und der daraus resultierenden Bodentextur sind die Böden im überwiegenden Teil des Gemeindegebietes strukturlabil, sehr erosionsgefährdet und weisen demzufolge eine hohe Verschlämmungsneigung auf.



Projektgebiet
Regierungsbezirk: Mittelfranken
Landkreis: Neustadt a.d. Aisch
Gemeinden: Obernzenn
Natur-/Produktionsraum: Nördliche Frankenhöhe
Größe: 35 qkm

Projektlaufzeit
seit 2018

Ziele

  • Optimierung vorhandener Landschaftsstrukturen und Rückhaltungen für dezentrale temporäre Speicherung von Wasser
  • Anlage von Rückhaltestrukturen in der Landschaft sowie an kleinen Gewässern, um abfließendes Wasser und Sedimente zurückzuhalten
  • Verhinderung und Verminderung von erosiven Abflüssen


Maßnahmenschwerpunkte
  • Wasserrückhalt erhöhen durch bauliche Veränderungen am bestehenden Grabensystem und zu schaffende Einstaubereiche sowie Maßnahmen im Auenbereich.
  • Erhöhung der Regenverdaulichkeit des Bodens zur Verhinderung von Erosion durch Anpassung der Bewirtschaftung wie Untersaaten, Streifensaat, Gründüngung, Konturenbearbeitung, etc
  • Weitertransport von erodiertem Boden verhindern durch Pufferstreifen und Sedimentfänge


Projektorganisation und Umsetzung
Seit Januar 2020 haben die Büros Schmidt und Partner sowie DöhlerAgrar die Projektbearbeitung übernommen.

Projektstand
Im Januar, Februar und März 2020 fanden Übersichtsbegehungen und Nachkartierungen statt: Auf Basis dieser Arbeiten wird derzeit mit ALE und der Gemeinde ein erstes Maßnahmenkonzept erarbeitet und abgestimmt. Mit den Landwirten finden erste Besprechungen und Flureinsichten statt.

Kontakt
Jakob Meier,
ALE Mittelfranken