Projektansicht
  • Hutgraben

    Mit boden:ständig erfolgreich! Vom Problemfall zum Vorbild

Der Hutgraben, ein Gewässer 3. Ordnung, ist eines von drei boden : ständig Projektgebieten im Landkreis Freising. Der Hutgraben weist speziell am Unterlauf starke Erosionen am Gewässer auf. Steigender Nährstoffeintrag und schnell abfließendes Wasser bei Starkregen haben die Qualität des Wassers und des Gewässerbettes nachhaltig geschädigt. Periodische Hochwasserereignisse und volle Keller in Palzing treten weiterhin regelmäßig auf. Erosionserscheinungen im Bachbett, die zu Böschungsabbrüchen und schließlich zu einer Gefährdung der nah angrenzenden Gemeindestraße führten, stellten ein so großes Problem dar, dass die angrenzende Straße am Hutgraben sogar gesperrt werden musste. Seit Jahren wird versucht die Situation durch Renaturierung von Teilabschnitten zu verbessern.

Projektdaten

Projektgebiet
Regierungsbezirk: Oberbayern
Landkreis: Freising
Gemeinden: Gemeinde Wolfersdorf, Gemeinde Zolling
Natur-/Produktionsraum: Ampertal und Donau-Isar-Hügelland
Größe: Einzugsgebiet (ca. 1169 ha)
Projektlaufzeit
Beginn: März 2015

Ziele

Im Rahmen des boden:ständig Projekts und durch Mitwirkung aller Beteiligten wollen wir folgende Problemstellungen nachhaltig lösen:
  • Verbesserung des Hochwasserschutzes für Siedlungsbereiche (Zolling/Palzing und Wolfersdorf)
  • Verbesserung der Anbauverfahren in der Landwirtschaft hinsichtlich des Schutzes von Boden und Gewässer
  • Verbesserung des ökologischen Zustandes des Gewässers (insbesondere da der Hutgraben ein Zulauf der Amper ist und die Amper kurz darauf ein Naturschutzgebiet durchfließt)

Maßnahmenschwerpunkte

Die Gemeinde Wolfersdorf ist sich bereits seit Jahren der Dringlichkeit der Situation bewusst und hat im Rahmen ihrer Möglichkeiten mit baulichen Maßnahmen versucht, die Situation zu verbessern. Der erfolgreiche Bau eines Rückhaltebecken und die Renaturierung von Abschnitten des Hutgrabens sind allerdings noch zu wenig um Hochwasserereignisse auszuschließen. Im Zuge dessen, hat die Gemeinde klar erkannt, dass Bodenschutz und Hochwasserschutz zusammengehören und nur gemeinsam mit den Landwirten erfolgreich umgesetzt werden können. Bisher scheiterten Maßnahmen, wie Uferstreifen allerdings oftmals an den Grundbesitzverhältnissen und der Bereitwilligkeit zu Kooperation, sowie fehlenden Möglichkeiten der Partizipation. Dies ändert sich mit dem boden:ständig Projekt gerade grundlegend und folglich stehen folgende Maßnahmen im Vordergrund:
  • Beratung für Landwirte zur Umsetzung von flächigen Maßnahmen (z.B. Zwischenfruchtanbau, Mulchsaat, Untersaat über eine Finanzierung mit KULAP), die den Rückhalt von Boden, Wasser und Nährstoffen verbessern
  • punktuelle Maßnahmen, insbesondere zum Rückhalt von Wasser (z.B. Retentionsraum)
  • weitere Renaturierungsmaßnahmen am Gewässer
  • Entwicklung eines Deltas im Bereich des Einflusses in die Amper

Projektorganisation und Umsetzung

Durch die Bereitstellung von Flächen in Heigenhausen (Gemeinde Wolfersdorf) konnten durch das AELF Pfaffenhofen Versuchzellen angelegt werden. Auf diesen Versuchszellen wurden verschiedene Möglichkeiten der Zwischenfruchtansaat getestet. Bei einer Informationsveranstaltung waren Vertreter verschiedener Gemeinden und ein große Anzahl von Landwirten vor Ort. Die Presse berichtete im gesamten Landkreis über die Thematik des Zwischenfruchtanbaus, welcher nicht nur Vorteile für den Boden und den jeweiligen Landwirt bietet, sondern auch einen entscheidenden Beitrag zum dezentralen Hochwasserschutz leistet. Durch die große Unterstützung des Bürgermeisters von Wolfersdorf und seine Obleute wird im Februar 2016 auch eine große Anzahl von Landwirten zur anstehenden Ortsversammlung erwartet. Hier wird das Projekt boden:ständig und die bereits ausgearbeiteten Karten des Projektgebietes Hutgraben der breiten Öffentlichkeit vorgestellt, um anschließend die weitere Maßnahmenplanung fortzuführen.
  • Auftraggeber: Amt für Ländliche Entwicklung Oberbayern
  • Projektträger: Landschaftspflegeverband Freising e.V.
  • In Zusammenarbeit mit: ECOZEPT GbR Freising (http://www.ecozept.de), Planungsbüro Ruhlandschaft (http://ruhlandschaft.de), Behörden (z.B. AELF Erding und Pfaffenhofen), Kommunen, Verbänden, Privatpersonen
  • Gemeinsam erfolgreich

Projektstand

Die extremen Hochwasserereignisse mit starker Erosion auf Feldern und vollen Kellern haben in den vergangen Jahre den Hutgraben in den Fokus der öffentlichen Wahrnehmung gerückt. Durch Pressearbeit und Demonstrationsveranstaltungen (siehe oben) wurde die Bevölkerung in den letzten Monaten weiter sensibilisiert. Gleichzeitig stellt Bürgermeister Sebastian Mair aus Wolfersdorf eine treibende Kraft für die erfolgreiche Umsetzung des boden : ständig Projekts dar. Auch deshalb blickt das Projekt boden:ständig optimistisch auf die weiteren Entwicklungen in 2016:
Akzeptanz bei den Landwirten und Gemeindevertretern ist sehr gut. In der Gemeinde Wolfersdorf werden schon seit Jahren Anstrengungen unternommen die Situation am Hutgraben zu verbessern. Dies bezieht sich nicht nur auf den Hochwasserschutz, sondern auch auf Umsetzung der WRRL am Hutgraben
  • Akzeptanz in der Bevölkerung wurde durch intensive Pressearbeit und die Zwischenfrucht Versuchsfläche bei Heigenhausen gesteigert.
  • Enge Zusammenarbeit mit der unteren Naturschutzbehörde und Wasserwirtschaftsamt ebnen den Weg für eine erfolreiche und zeitnahe Maßnahmenumsetzung
  • Weitere PR Maßnahmen sowie die Ortsversammlung für das Projektgebiet im Februar 2016 sind in Planung

Kontakt

Katharina Schmieglitz
ALE Oberbayern

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