Hellkofen, Petzkofen und Niederhinkofen

boden:ständig in der Gemeinde Aufhausen

Überschwemmung im Ort

Mit dezentralen Maßnahmen sollen Stofffrachten und Wassermengen in der Fläche zurückgehalten werden, um die Ortschaft vor Überschwemmung zu schützen.

Januar 2017

Regierungsbezirk: Oberpfalz



Projektgebiet
Regierungsbezirk: Oberpfalz Landkreis: Regensburg Gemeinden: Aufhausen Natur-/Produktionsraum: Dungau/Donau-Isar-Hügelland Größe: Größe ca. 4,76 km², Plan im Anhang

Projektlaufzeit
Beginn: 2016

Ziele
Für die Ortsteile Hellkofen und Niederhinkofen in der Gemeinde Aufhausen ist derzeit ein Dorferneuerungsverfahren in Vorbereitung. Im Zuge dieser Vorbereitung wurde die Überschwemmungs- und Verschlammungsproblematik als dringend zu lösendes Problem identifiziert.
Der Gittinger Bach durchfließt die Ortschaft Hellkofen. Die intensiv ackerbaulich genutzten großen Schläge um die Ortschaft (Hackfrüchte, Zwiebeln) bringen bei Starkregenereignissen große Mengen Wasser und Schlamm auch direkt in die Ortschaft. Mehrere Zuflüsse in den Gittinger Bach aus Taleinhängen vor Hellkofen lassen diesen bei Starkregen über die Ufer treten. Ebenso ufert ein Zubringer in Niederhinkofen aus und überflutet das Siedlungsgebiet.
Diese Problematik kann nicht im Rahmen der Dorferneuerung alleine beseitigt werden. Die Ursachen sind in der Feldflur um das Dorf zu suchen und zu beheben.

Die Ziele des Projektes boden:ständig in Hellkofen und Niederhinkofen sind:

  • Vermeidung/Reduzierung des Oberflächenabflusses aus der Feldflur und der damit verbundenen Einschwemmungen von Schlamm in die Ortschaften
  • Reduzierung der Hochwasserspitzen und innerörtlicher Ausuferungen des Gittinger Baches sowie des Grabens in Niederhinkofen
  • Erosionsschutz und Nährsoffrückhalt auf den landwirtschaftlichen Flächen
  • Verbesserung der Gewässerqualität des Gittinger Baches
  • Bedarf an landwirtschaftlichen Flächen für Rückhaltemaßnahmen so gering wie möglich halten


Maßnahmenschwerpunkte
  • Erosionsmindernde Bodenbearbeitung (z.B. Mulchsaat)
  • Verbesserung der Aufnahmefähigkeit des Bodens für Niederschlagswasser durch optimierte Bewirtschaftung
  • Temporäre Rückhaltung des anfallenden Niederschlagswassers in den Teileinzugsgebieten
  • Integration von temporär wirksamen Rückhalteräumen in die landwirtschaftlichen Flächen, Vermeidung von großen technischen Bauwerken
  • Weitgehende Beibehaltung der landwirtschaftlichen Nutzung in den Rückhalteräumen auf Basis des Kulturlandschaftsprogramms
  • Nutzung vorhandener Strukturen, wie z.B. Straßengräben für die kleinflächige Rückhaltung des Niederschlagswassers in den Teileinzugsgebieten
  • Schaffung von Boden- und Landschaftsstrukturen, wie z.B. Hecken, Bodenmodellierungen, Ackerrainen etc. zur Verlangsamung des Niederschlagswasserabflusses in der Fläche


Projektorganisation und Umsetzung
  • Organisation des Projektes – Projektbeteiligte:
    1. Amt für Ländliche Entwicklung Oberpfalz
    2. Landschaftspflegeverband Regensburg e.V.
    3. Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten, Regensburg
    4. Wasserwirtschaftsamt Regensburg
    5. Gemeinde Aufhausen
    6. Landschaftsplaner, Ingenieure
    7. Landwirtschaftliche Berater (freiberuflich; Erzeugerring)
    8. Bayerischer Bauernverband, Landkreis Regensburg
  • Das Amt für Ländliche Entwicklung ist Projektträger und Fördermittelgeber.
  • Der Landschaftspflegeverband Regensburg ist Projektleiter und Koordinator der Planungs- / Beratungsleistungen sowie der Maßnahmenumsetzung
  • Die Gemeinde Aufhausen unterstützt als Kommune die Umsetzung der Einzelmaßnahmen, insbesondere durch Flächenbereitstellung.
  • AELF und WWA unterstützen fachlich als auch mit Förderprogrammen.
  • Der Landschaftsplaner führt Bestandskartierungen zu Wasser- und Erosionspfaden durch und entwickelt mit den Projektbeteiligten ein Planungskonzept zur Wasser- und Nährstoffrückhaltung.
  • Die „Brennpunkte“ der Bestandserhebung und absehbare Flächen zur Wasserrückhaltung werden in das künftige Verfahrensgebiet der Dorferneuerung miteinbezogen.
  • Landwirtschaftliche Berater (freiberuflich, Erzeugerring, z.T. AELF) beraten Eigentümer und Bewirtschafter der Flächen in Hinblick auf Verminderung der Bodenerosion und Rückhaltung des Niederschlagswassers im Boden und in der Fläche.
  • Ergebnisse der Beratungen werden vom Landschaftsplaner in ein Planungskonzept sowie in konkrete Umsetzungsmaßnahmen eingearbeitet


Projektstand
  • Projektvorbereitung
  • Es herrscht Einvernehmen seitens der Gemeinde, des ALE, des AELF und des LPV, ein boden:ständig Projekt für die genannten Ortsteile zu starten.
  • Erste Flurbesichtigung mit Kommune, örtlichem Landwirt, ALE und AELF zur Einschätzung der Problematik hat bereits stattgefunden.
  • Flurbegehung mit Ortskennern und Planern zeigt Probleme aber auch Lösungsansätze auf
  • Bestands-, Bewertungs- und Handlungsbedarfsplan ist fertiggestellt
  • Exkursion zu beispielhaften Rückhaltungen in landwirtschaftlichen Nutzflächen
  • Vorstellung des Konzepts in der Gemeinde vor Bewirtschaftern und Flächenbesitzern
Umsetzung
  • Flurbegehung zum Thema Bodenschutz
  • Beratung zu anbauintegrierten Maßnahmen läuft
  • große Akzeptanz von anbauintegrierten Maßnahmen
    hervorragende Beispiele für Mulchsaat
  • Beratung zu baulichen Maßnahmen läuft
  • Mulchsaatversuch mit Führung, Schwerpunkt Kartoffeln
  • Mulchsaatbesichtigung im Zwiebelbau
  • Nachbetrachtung Mulchsaatversuch
  • weitere Regulierung der Durchlässe am Gittinger Bach vor Hellkofen zur Erhöhung des Rückhaltevolumens in der renaturierten Aue, Planung wird ausgeschrieben
  • Einzelbetriebliche Beratung zur Maßnahmenkonkretisierung
  • weitereKonkretisierung der Maßnahmenpläne
  • Neuanlage Mulchsaatversuch
  • Verhandlungen zur Flächenbereitstellung laufen


Kontakt
lpv@landratsamt-regensburg.de