Projektbezogene Nachricht
boden:ständig Felderbegehung in Hellkofen am Freitag, 19.05.2017

Ein gutes Dutzend Landwirte konnte Bürgermeister Jurgovsky letzten Freitag am Hellkofener Feuerwehrhaus zur ersten Felderbegehung der Initiative boden:ständig begrüßen. Das Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten hatte in Zusammenarbeit mit dem Landschaftspflegeverband Regensburg e. V. (LPV) eingeladen, um vor Ort zu diskutieren, wie man bei der Bestellung der Felder mehr Boden- und Wasserrückhalt erreichen kann.
Jurgovsky zeigte sich erfreut über die Initiative des Amtes für Ländliche Entwicklung Oberpfalz (ALE), die man als Pilotprojekt noch voll finanziert bekomme. So wie man heute auch kein Baugebiet mehr ausweisen könne, ohne für ausreichend Wasserrückhalt zu sorgen, müsste in Zeiten von häufigeren Starkregenereignissen auch auf den größer werdenden Äckern stärker auf Maßnahmen zum Wasserrückhalt geachtet werden. Elisabeth Sternemann, Koordinatorin der boden:ständig Initiative des ALE Oberpfalz lobte die gute Zusammenarbeit mit dem LPV, der beauftragt sei, vor Ort zu koordinieren. boden:ständig würde gerade zum festen Bestandteil des Angebots der Ländlichen Entwicklung in Bayern entwickelt.
Auf verschiedenen Feldstücken um Hellkofen wurde dann die Praxis diskutiert. Martina Prielmeier vom LPV hatte dazu die Experten des Fachzentrums Agrarökologie, Josef Weiß, und des Erzeugerrings Oberpfalz, Maximilian Graml, geladen. Auf dem Zwiebelfeld von Franz Meyer wurden mögliche Zwischenfruchtmischungen und Varianten der Bodenbearbeitungen diskutiert. Der Mulch müsse möglichst erhalten werden, nur so könne er abflussmindernd wirken, nach der Devise „jeder Halm ein Damm“. Gleichzeitig sei er das Futter für Regenwürmer, die einen stabilen Boden mit guter Infiltration aufbauen. Dr. Kremp von der Regierung der Oberpfalz (Gruppe Landwirtschaft und Forsten) wies auf die Cross-Compliance Auflagen hin, die Landwirte verpflichten, bei großen Hanglängen und bestimmten Feldfrüchten Grünstreifen anzulegen.
Eine besondere Herausforderung stellt das Feldstück von Albert Sturm dar, das gleich in drei Richtungen abfällt. Eine Lösung könnte sein, nur mehr einen Teil der Fläche mit den erosionsgefährdeten Kartoffeln oder Zwiebel zu bestellen und mit z.B. Winterweizen zu kombinieren. Im nächsten Jahr soll ein Zwischenfurchtversuch vor Kartoffeln mit Ölrettich angelegt werden, der richtig bestellt die Krankheitsanfälligkeit der Kartoffeln sogar mindern kann.
Für alle Zwiebelbauern ging es dann noch weiter nach Thalmassing, wo Hans Lichtinger Zwiebeln mit einem Direktsaatgerät anbaut. Erstaunlich war die Mulchauflage, obwohl keine Zwischenfrucht angebaut wurde. Pfluglose Bearbeitung ausschließlich im Herbst führt zum guten Mulcherhalt, erklärte Lichtinger. Die schön aufgelaufenen Zwiebeln seien auch das Ergebnis der Direktsaat mit vorgelagerter Walze ohne weitere Bodenbearbeitung im Frühling. Die Bodenkapillaren würden so nicht durchbrochen und Feuchtigkeit könne tiefer eindringen und bei Bedarf nachgeliefert werden.
Zur Konkretisierung von Maßnahmen an Handlungsschwerpunkten des Konzepts sollen im Sommer weitere Felderbegehungen jeweils mit den Flächenbesitzern und –bewirtschaftern organisiert werden.