Projektansicht

Video: Simulation eines Starkregens im Einzugsgebiet Mallmersdorf
Mallmersdorf ist ein Ort der Gemeinde Train. Er wird besonders schlimm von Überflutungen nach Starkregen heimgesucht. Dabei leigt er nicht einmal an einem Gewässer. Es ist ein Dorf, das noch immer so wirkt, als hätte es sich in den letzten 1000 Jahren nicht nennenswert verändert. Warum sollte dann das Wasser, das auch schon vor 1000 Jahren vom Himmel fiel, heute im Ort zum Problem werden? Im Detail hat sich die Bebauung aber doch geändert: Die Gebäude standen um 1800 entfernter vom Taltiefsten. Mit Ausnahme der Kapelle war das Taltiefste dadurch auf einer Breite von durchschnittlich 70 m (minimal 30 m) auch im Ort frei von Bebauung. Die heutige Bebauung ist näher zusammen gerückt, damit hat sich der freie Talraum auf durchschnittlich 22 m (minimal 13 m – entsprechend der Straßenbreite) verengt. Hinzu gekommen ist zwar ein Regenwasserkanal, aber er hat ein geringeres Fassungsvermögen als es früher der Talboden hatte. Außerdem hat eine Verschiebung der landwirtschaftlichen Kulturen in den letzten Jahrzehnten hin zu mehr empfindlichen Sonder-, Reihen– und Dauerkulturen die vorteilhaften Veränderungen der Landnutzung der vergangenen 200 Jahre (dichtere Bestockung der Wälder, Verbesserungen der Anbautechnik) zunichte gemacht.
Die Problemursachen sind unveränderlich, es bedarf daher neuer oder ergänzender Ansätze, die Auswirkungen zu verringern.

Projektdaten

Projektgebiet
Regierungsbezirk: Niederbayern
Landkreis: Kelheim
Gemeinden: Train
Größe: 712 ha
Projektlaufzeit
seit 2017

Ziele

  • Ertüchtigung bestehender Rückhalte- und Abflussbauwerke
  • Reduzierung der Erosion, um die Entwässerungsstrukturen funktionsfähig zu halten

Projektstand

In Folge einer Bürgerversammlung bildete sich 2017 ein informeller Arbeitskreis boden:ständig. Dem Arbeitskreis gehören Mallmersdorfer an, Landwirte und Nichtlandwirte. Der boden:ständig-Projektbetreuer des Landschaftspflegeverbandes VöF berätden Arbeitskreis und bringt aus seiner Sicht Vorschläge ein.
Mit den Arbeitskreis-Mitgliedern gab es Geländebegehungen, bei denen mögliche Maßnahmen ausführlich besprochen wurden.
Im Lauf der Gespräche und Begehungen zeigte sich, dass die Ertüchtigung der bestehenden, aber eben teilweise zu klein dimensionierten Infrastruktur zur Wasserrückhaltung und Entwässerung meist die wirkungsvollste und wirtschaftlichste Lösung ist.
Nur an wenigen Stellen müssen Lücken im bestehenden Rückhaltesystem geschlossen werden. Die Gemeinde will für die anstehenden Baumaßnahmen Förderung beim ALE beantragen. Die Gespräche laufen.

Kontakt

Maximilian Frank
boden:ständig-Projektleiter am ALE Niederbayern


Felix Schmitt
fes@h-s.bayern