Projektbezogene Nachricht
Zur ersten Ortskennerbegehung der Initiative boden:ständig begrüßte Bürgermeister Christian Kiendl die Bewirtschafter der Flur um Birnbach. Kiendl zeigte sich erfreut, dass die aktiven Landwirte so gut wie vollzählig erschienen waren und betonte nochmal, dass der Marktgemeinde sehr daran gelegen sei, die Schäden durch Wasser und Schlamm in den Griff zu bekommen. Er betonte, Hochwasserschutz setze sich wie ein Mosaik aus vielen Einzelmaßnahmen zusammen, zu dessen Gelingen nicht nur einer, sondern viele einen Beitrag leisten müssten. Die Gemeinde hätte bereits umfangreiche Mittel zur Umsetzung im Haushalt vorgesehen.
Projektkoordinatiorin Martina Prielmeier vom Landschaftspflegeverband zeigte auf, dass die Initiative boden:ständig ergänzend zum Hochwasserschutz am Allersdorfer Bach arbeitet. Ziel sei es, Wasserabfluss aber auch Erosion schon am Entstehen zu hindern und so einen Beitrag zur Reduzierung der Hochwasserspitzen zu leisten. Dies beginne auf der ganzen Fläche durch Anbaumethoden, die möglichst viel Wasser und Boden auf der Fläche halten. Diesbezüglich zeigte sich Agrarberater Thomas Schwarz sehr erfreut, da bereits eine ganze Reihe von anbauintegrierten Schutzmaßnahmen umgesetzt wurden. Das Ergebnis der ersten Beratungsrunde, in Zusammenarbeit mit Ludwig Pernpeintner vom Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten, ist bereits als Erosionsschutzstreifen in der Flur sichtbar. Im nächsten Schritt sollen nun weitere Rückhaltesysteme in die Flur integriert werden, erläuterte Miriam Distler vom Büro Landimpuls. Eine Besonderheit der Flur um Birnbach seien die eng aufeinander folgenden Tallagen die alle in Richtung Birnbach entwässern, durchzogen von Feldwegen mit Seitengräben die jeglichen Niederschlag extrem schnell ableiten. Genau dies würde dann die Hochwassersituation nochmals dramatisch verschärfen, da das gesamte Wasser im selben Augenblick im Ort zusammentreffe und damit richtiggehend eine „Monsterwelle“ aufgebaut würde, ergänzte Prielmeier. Die „Wasserautobahnen“ müssten entschleunigt werden. Das gelänge über die Verbreiterung und Verkrautung der Gräben. Dazu braucht es natürlich Fläche. Dem gegenüber stehen aber auch eine Reihe von Vorteilen: Zum einen der Rückhalt des Oberbodens im Grabensystem und damit die Verhinderung des totalen Verlusts für die Landwirtschaft. Aus dem Graben am Feld lässt sich der Boden wieder zurückholen, im Bachsystem und in der Siedlung ist die fruchtbare Ackerkrume nichts als Verschmutzung und unwiederbringlich verloren.
Weiter böte ein dezentrales Rückhaltesystem größere Sicherheit, weil es auf mehreren Ebenen und an der Ursache ansetzt. Die geplante bauliche Rückhaltung vor dem Dorf könne dadurch entlastet werden und würde auch weniger schnell durch Erosionseinträge verlanden. Darüber hinaus können breite Gräben mit Bewuchs als ökologische Vorrangflächen angerechnet werden, die jeder Landwirt bereits jetzt nachweisen müsse und die in Zukunft sicher nicht weniger würden. So plädierte Prielmeier dafür, angesichts der jüngsten agrarpolitischen Wendungen den Kopf nicht in den Sand zu stecken, sondern bereits jetzt darüber nachzudenken, wo kann ich solche Flächen in meinen Betrieb integrieren. Genau dazu könnte die Initiative boden:ständig jetzt beratend zur Seite stehen.
Weiter wolle man im Mai eine Feldbegehung zum Thema Bodenschutz anbieten. Die Herausforderungen in der Landwirtschaft werden mehr und komplexer, aber dem müsse man sich stellen und Lösungen suchen.

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