Projektbezogene Nachricht
Der Landschaftspflegeverband Regensburg organisierte gemeinsam mit dem Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten (AELF) am 21.05.2019 einen Feldtag in Sanding. Bürgermeister Haase konnte dazu etwa ein Duzend Landwirte begrüßen. Er schilderte, dass es in den vergangenen Wochen vermehrt zu kurzen aber sehr intensiven Niederschlagsereignissen gekommen sei. Das habe wieder verdeutlicht, wie wichtig es ist, das Wasser in der Fläche zu halten und die Erosionen zu senken.
Michael Paulus vom AELF zeigte anhand von Karten, dass das Gebiet um Sanding sehr stark erosionsgefährdet sei. Die natürlichen Faktoren wie Hangneigung, Hanglänge, Niederschlagsmenge, Bodenstruktur und Bodenart liegen im Projektgebiet fast alle in der höchsten Gefährdungskategorie. Weiter erklärte er, dass durch Mulch- und Direktsaatverfahren die Bodenabschwemmung weitaus geringer sei als bei einer herkömmlichen Bestellung.
Trotz Regen ging es dann hinaus in die Flur, wo Ludwig Pernpeinter (AELF) nochmals am Praxisbeispiel aufzeigte, wie wichtig Mulchsaaten sind. Bei zwei benachbarte Flächen war der Unterschied deutlich sichtbar: Die herkömmlich bestellte Fläche war stark verschlammt und es bildete sich bereits eine Erosionsrinne. Der benachbarte „Mulchsaat-Acker“ zeigte kaum Abschwemmungen, hier wurde deutlich mehr Wasser vom Boden aufgenommen.
Ein entscheidender Faktor für den Wasserrückhalt in der Fläche ist der Humusgehalt im Boden. Je höher der Humusgehalt, desto höher das Speichervermögen des Bodens. Der Wasserberater Franz Grundler (AELF) zeigte, wie man mit einer 3 %igen Wasserstoffperoxid-Lösung (in jeder Apotheke zu finden) den Humusgehalt einschätzen kann. Dabei tränkt man mit der Lösung eine Bodenprobe: Je stärker das Gemisch schäumt, desto höher der Humusgehalt. Außerdem erklärte er anhand eines Kalk-Versuchs, dass Erosionen durch bedarfsgerechte Kalkung deutlich vermindert werden können, da der freie Kalk zur Bildung von Bodenaggregaten beiträgt.
Abschließend stand Herr Pernpeintner noch für Fragen bereit.