Neuhof a.d. Zenn

Mindestens acht Menschen gehen, mit Karten bewaffnet, zügigen Schrittes einen Feldweg entlang.

Blick auf die Flur während der Begehung mit den Ortskundigen im Januar 2024 (Punkt 2 Übersichtskarte)
© Jonas Preinl ( GeoTeam)

Am 23.01.2024 fand die erste Flurbegehung mit über 15 motivierten Ortskundigen statt - der Oberflächenabfluss bei Starkregen in der letzten Zeit hatte bei ihnen dringenden Handlungsbedarf geweckt.
Dabei wurden sämtliche problematische Stellen im Einzugsgebiet erfasst und Handlungsfelder ausgemacht. Bürgermeisterin, Anwohnende und Landwirte begeben sich gemeinsam auf boden:ständigen Weg, unterstützt werden sie durch das ALE Mittelfranken und das Büro GeoTeam aus Bayreuth.
Jeder Bürger und jede Bürgerin ist dazu eingeladen, sich in der gesamten Projektlaufzeit mit Ideen und Vorschlägen einzubringen!

Ausgangslage
Im Projektgebiet Neuhof a. d. Zenn kam es während Starkregenereignissen nicht selten zu unkontrolliertem Oberflächenabfluss, Bodenerosion auf land- und forstwirtschaftlich genutzten Flächen und Sedimenteinträgen in die Gewässer. Siedlungsbereiche werden immer häufiger überschwemmt und große Schäden hervorgerufen. Insbesondere Ober- und Unterfeldbrecht in der Gemeinde Neuhof a. d. Zenn im Landkreis Neustadt an der Aisch - Bad Windsheim sind hiervon betroffen. Das auf den Wald- und Ackerflächen abfließende Wasser führt dabei oft zu Erosionsprozessen und somit zum Verlust des wertvollen nährstoffreichen Oberbodens. Der mit Sediment angereicherte Abfluss aus der Flur fließt mit teils enormer Energie über Gräben in die mit der Wohnbebauung beginnenden Verrohrungen. Bei starken Niederschlagsereignissen setzen sich diese Rohrleitungen mit mitgeschwemmtem Material zu, sodass das folglich rückgestaute Wasser unkontrolliert durch die Siedlungsbereiche strömt und erhebliche Schäden verursachen kann.

Ziele
Nach den Erfahrungen der letzten Jahre werden Brennpunkte identifiziert und wirksame Schutzmaßnahmen entwickelt. Für einen nachhaltigen Schutz von Mensch und Natur wird der Fokus auf folgende Schwerpunkte gelegt:

  • Vergrößerung der Wasserrückhaltekapazitäten in der Flur / im Wald
  • Reduzierung und Verzögerung des Oberflächenabflusses aus der Feldflur / aus dem Wald
  • Reduzierung von Sediment-, Geröll- und Nährstoffeintrag in den Leitenbach und
  • Verbesserung der Anbauverfahren in der Landwirtschaft hinsichtlich des Boden- und Gewässerschutzes
Eine aktive Teilnahme der BürgerInnen, offene Dialoge und ein regemäßiger Informationsaustausch zwischen allen Beteiligten sorgen dafür, dass der fruchtbare Oberboden auf der Fläche gehalten, die Wasseraufnahmefähigkeit der Böden optimiert und der Schutz der Betroffenen sicher gestellt wird.

Maßnahmenschwerpunkte
Zum Erreichen der oben genannten Ziele werden folgende Maßnahmenschwerpunkte angestrebt:
Einbindung vorhandener Strukturen wie bspw. Straßengräben und Wege für den kleinflächigen temporären Rückhalt des Oberflächenabflusses
  • Verbesserung der Wasserführung und des Grabensystems durch bspw. Umwandlung in breitere Abflussmulden
  • Optimierung abflussbremsender Strukturen zur Reduzierung der Verklausungsgefahr der Verrohrungen in Unter- und Oberfeldbrecht
  • Schaffung von Landschaftsstrukturen für Wasser- und Bodenrückhalte sowie eine gezielte Lenkung des Oberflächenabflusses und
  • Entwicklung und Umsetzung standortoptimierter Bewirtschaftungsmaßnahmen für den Sedimentrückhalt und eine verbesserte Aufnahmefähigkeit des Bodens für Niederschlagswasser
Die Maßnahmenvorschläge werden auf Basis eines Bestands- und Bewertungsplans erarbeitet und mit allen Beteiligten abgestimmt. Jeder Bürger und jede Bürgerin ist dazu eingeladen, sich in der gesamten Projektlaufzeit mit Ideen und Vorschlägen einzubringen.

Projektorganisation und Umsetzung
Projektkoordination: Die Organisation obliegt dem Amt für Ländliche Entwicklung Mittelfranken.
Projektbearbeitung: Das GeoTeam aus Bayreuth wurde als Umsetzungsteam vom Amt für Ländliche Endwicklung Mittelfranken beauftragt, gemeinsam mit den Betroffenen vor Ort Lösungsstrategien zu erarbeiten und umzusetzen.

Projektstand
Die Bürgermeisterin, die DorfbewohnerInnen und die LandwirtInnen wissen um die Problematik der akuten Situation und erkennen den dringenden Handlungsbedarf. Am 23.01.2024 fand bereits die erste Flurbegehung mit über 15 motivierten Ortskundigen statt. Beim Ortstermin zeigte sich wieder einmal, dass die frühzeitige Einbeziehung der lokalen Bevölkerung für ein erfolgreiches boden:ständig-Projekt essentiell ist. So konnten wertvolle Informationen über sämtliche problematische Stellen im Gebiet gesammelt werden, die für die weiteren Prozessschritte unerlässlich sind. Zusätzlich konnten am 29.01. durch Kartierarbeiten und Treffen mit einzelnen Ortskundigen wichtige Eindrücke über die topografischen und strukturellen Verhältnisse in der Flur und im Wald gewonnen werden. Im nächsten Schritt werden die zielgerichteten Beobachtungen, Informationen und Aufnahmen zusammen mit digitalen Daten verschnitten und in einem Bestands- und Bewertungsplan zusammengefasst. Aufbauend auf den Ergebnissen des Bestands- und Bewertungsplans folgt im Laufe der Projektentwicklung ein Maßnahmenkonzept, in welchem konkrete Maßnahmenvorschläge dargestellt und kommuniziert werden.



Projektgebiet
Regierungsbezirk: Mittelfranken


Kontakt
Amt für Ländliche Entwicklung Mittelfranken
Philipp-Zorn-Straße 37 · 91522 Ansbach
Herr Jakob Meier
Tel.: 0981 591-371
E-Mail: jakob.meier@ale-mfr.bayern.de

GeoTeam - Gesellschaft für umweltgerechte Land- und Wasserwirtschaft mbH
Wilhelmsplatz 7 · 95444 Bayreuth
Herr Preinl
Tel.: 0921 990926-61
E-Mail: jonas.preinl@geoteam-umwelt.de

Regierungsbezirk: Mittelfranken