Langau

Initiative für Boden- und Gewässerschutz

Projektgebiet boden:ständig Langau

Projektgebiet boden:ständig Langau
© ALE Oberpfalz

Vollgelaufene Keller, verschlammte Straßen und erodierte Äcker – Starkregenereignisse werden immer häufiger. Die Betroffenen sind oft ratlos und suchen Hilfe.
Das Bayerische Staatsministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten hat auf diese klimabedingten Herausforderungen reagiert und die Initiative boden:ständig ins Leben gerufen. Dabei erarbeiten Menschen vor Ort gemeinsam mit Fachberatern ein Maßnahmenkonzept, um die Folgen von Starkregenereignissen abzumildern. Die Koordination und Finanzierung übernimmt das jeweilige Amt für Ländliche Entwicklung (ALE) und bildet eine Projektgruppe mit Kommune, Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten (AELF) sowie Fachberatern der Bereiche Landwirtschaft und Wasserwirtschaft. Das Maßnahmenkonzept enthält Lösungsvorschläge mit landwirtschaftlichen und baulichen Maßnahmen sowie zu deren Pflege und Unterhalt. Die Einzelmaßnahmen können so auf individuelle Erfordernisse abgestimmt werden. Für alle aber gilt der Grundsatz: Der Boden soll ständig dort bleiben, wo er dem Landwirt Ertrag sowie den Gewässern und Ortschaften keinen Schaden bringt. Die Umsetzung der Maßnahmen durch Landwirte und Kommune ist freiwillig.

Im Umfeld von Ober- und Mitterlangau (Stadt Oberviechtach, Lkr. Schwandorf) gibt es immer wieder Probleme bei Starkregen, der Schlamm in Gräben, auf Wege und in den Oberlauf der Murach einschwemmt. Um gemeinsam Lösungen zu finden, stimmten bei der Informationsveranstaltung im Frühjahr 2021 die anwesenden Landwirte für den Start des Projekts boden:ständig Langau.
Nach der Zusammenstellung der Projektgruppe und der Beauftragung eines Planungsbüros durch das ALE Oberpfalz wurde zunächst ein Betrachtungsgebiet festgelegt. Es beginnt beim Oberlauf der Murach und endet bei Mitterlangau.
Im Sommer 2021 nahmen Fachplaner und landwirtschaftliche Berater ihre Arbeit auf. Mit Saatgut vom AELF Regensburg-Schwandorf legte im Herbst 2021 ein Landwirt im Projektgebiet einen Zwischenfruchtversuch an. Die vielfältigen Wirkungen von Zwischenfrüchten hinsichtlich Erosionsminderung, Pflanzengesundheit und Nährstoffspeicherung diskutierten Fachberater und Landwirte bei einer Felderbegehung im Frühjahr 2022. Praktische Hinweise wie die Verbesserung der Bodenstruktur durch gezielte Kalkung setzen beteiligte Landwirte bereits in ihren Betrieben um. Empfohlene Maßnahmen wie zum Beispiel Erosionsschutzstreifen oder Direktsaatverfahren bei Reihenkulturen werden über die Ämter für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten aus dem Kulturlandschaftsprogramm gefördert.
Neben den produktionstechnischen Maßnahmen können auch bauliche Lösungen die Abflusssituation entschärfen. Fließwege sowie Ab- und Einträge von Bodenmaterial wurden in einem Bestands- und Bewertungsplan dargestellt. Er bildet die Grundlage für die Entwicklung von Lösungsvorschlägen zu Absetzbereichen, Hangunterteilung und Verrieselungsflächen. Die einzelnen Maßnahmen werden mit den jeweiligen Flächeneigentümern und Landwirten besprochen und gegebenenfalls nachgebessert.
Am Ende der Initiative boden:ständig steht ein Gesamtkonzept, das den Beteiligten 2023 vorgestellt wird. Damit ist die boden:ständig-Konzeptphase abgeschlossen und der fachliche Rahmen zur Umsetzung der Maßnahmen abgesteckt. In Abhängigkeit von Größe und Beschaffenheit der baulichen Maßnahmen setzt die Kommune diese selbst oder mit Unterstützung des Amtes für Ländliche Entwicklung Oberpfalz und anderer Fördermittelgeber um, soweit die benötigten Flächen verfügbar sind und private Eigentümer mitwirken.



Projektgebiet
Regierungsbezirk: Oberpfalz
Landkreis: Schwandorf
Gemeinden: Oberviechtach
Natur-/Produktionsraum: Oberpfälzer Wald
Größe: 178

Projektlaufzeit
2021 - 2023

Ziele
Boden- und Gewässerschutz

Maßnahmenschwerpunkte
Wasserrückhalt in der Flur
Abflussverzögerung
Erhöhung der Wasseraufnahmefähigkeit des Bodens
Nutzung natürlicher Pufferzonen

Kontakt
Stefan.Haupt@ale-opf.bayern.de

Regierungsbezirk: Oberpfalz