Projektbezogene Nachricht
Die Natur - der perfekte Baumeister
Am Weißenstädter See hat sich ein Biber angesiedelt und den Hirtenbach aufgestaut. Die Aktivitäten des Bibers haben, je nach Sichtweise positive und negative Einflüsse. Positiv – denn die Sedimentfracht und die Nährstoffeinträge werden durch das Aufstauen und das Herabsetzen der Fließgeschwindigkeit reduziert. Negativ - einige Wiesen in direkter Nachbarschaft waren (wurden durch den Rückstau in den Hirtenbach) stark vernässt.
Der Lösungsweg war eine breitflächige Absenkung des Dammes. Diese lässt den Wasserspiegel nur auf eine definierte Marke ansteigen. Ist diese Schwelle erreicht, fließt das Wasser breitflächig über die darunterliegende, gemeindeeignene Fläche in den Weißenstädter See. Der Biberbau bleibt davon unberührt.
Dieser Lösungsweg wurde vor einem Jahr in Angriff genommen. Mit einem Bagger wurde der Damm abgesenkt.
Nach einem Jahr zeigen sich die Erfolge. Der Biber akzeptiert den ihm vorgegebenen Wasserspiegel und die oberliegenden Wiesen sind nicht mehr stark vernässt. In Richtung See hat sich außerdem eine standort-gemäße (Feuchtwiesen/Feuchtflächen-)Vegetation ausgebildet. Diese reduziert ebenfalls die Fließgeschwindigkeit und erhöht somit die Sedimentation und verringert den Nährstoffeintrag in den See.
Manche wunderschöne Biotope brauchen nur einen Anstoß und ein wenig Zeit.

Ausblick:
Noch im November 2019 soll eine an der Wulgera (einer von vielen Zuflüssen in den Weißenstädter See) geplante Maßnahme umgesetzt werden:
Ein zurzeit noch bei Niederschlagsereignissen direkt in die Wulgera entwässernder Graben soll durch einen Damm verschlossen werden. Zusätzlich wird vor dem Damm eine begrünte, bewirtschaftbare Mulde als Rückhaltefläche angelegt. Das über den Graben zufließende Wasser wird nun zunächst in der Mulde aufgefangen, Sediment- und Trübstoffe und somit der daran gebundene partikuläre Phosphor können/sollen sich absetzen und nicht mehr ungehindert in die Wulgera und später in den Weißenstädter See gelangen.
Zudem wird ein Ablaufrohr in den Damm mit eingebaut, sodass die Rückhaltefläche nicht dauerhaft unter Wasser steht und der Landwirt diese weiterhin als Grünland bewirtschaften kann.

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