Projektbezogene Nachricht
Thalmassing. Gut zwanzig Landwirte konnte der neue Leiter des Amtes für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten (AELF) Regensburg, Helmut Melchner, am Montagnachmittag in Obersanding, Gemeinde Thalmassing, begrüßen. Melchner bedankte sich beim Sandinger Landwirt Robert Engelbrecht, der sechs verschiedene Zwischenfruchtmischungen angesät hatte. Es gelte, Nährstoffe, Boden und Wasser auf den landwirtschaftlichen Flächen zu halten und dazu könnten Zwischenfrüchte einen wesentlichen Beitrag leisten, so Melchner weiter. Gemeinderat Heribert Pritzl betonte, dass es eine gemeinsame Aufgabe sei, die Ortschaft vor Wasser und Schlamm zu schützen und man deshalb das boden:ständig-Projekt gestartet habe.
Zunächst demonstrierte Wasserberater Franz Grundler vom AELF anhand des Regensimulators eindrücklich die Wirkung der Begrünung mit Zwischenfürchten. Man hätte den örtlichen Boden aus einer Fahrspur, unbedeckten Boden sowie mit Winterweizen und Zwischenfrüchten bestellten Boden ausgestochen. Bei der Simulation eines Regens von 30 mm pro Quadratmeter wurde deutlich, dass in der Fahrspur sofort Oberflächenabfluss mit deutlicher Erosion entsteht und der Boden kaum Wasser aufnimmt. Als einzige Probe konnte die Zwischenfrucht, die den Boden vollständig bedeckte und intensiv durchwurzelte, den gesamten Regen aufnehmen und speichern. Dies ist das Ziel, das die Landwirte verfolgen sollten, möglichst viel Wasser im Boden zu halten. In Zeiten des Klimawandels mit oft langen Trockenperioden ist das wichtiger denn je.
AELF-Mitarbeiter Ludwig Pernpeintner erläuterte die verschiedenen Arten der vorgestellten Zwischenfruchtmischungen. So würde der Meliorationsrettich, dadurch dass ein Teil der Wurzel oberirdisch wachse, sicher abfrieren. Er lockere zudem sehr tief und hinterlasse richtige Löcher, in denen sehr viel Wasser aufgenommen werden könne. Kresse vertrage die Trockenheit gut und sichere die Bedeckung bei geringen Niederschlägen. Zwischenfrüchte verhindern auch die Auswaschung von Stickstoff, was vor dem Hintergrund der neuen Düngeverordnung wichtig sei. Über die Neuerungen aus diesem Bereich informierte Pernpeintner zum Abschluss noch ausführlich.
Thomas Schwarz vom Büro landimpuls und Martina Prielmeier vom Landschaftspflegeverband stellten die Ergebnisse der boden:ständig Bestandskartierung vor. Man habe mögliche Bereiche für Maßnahmen zum Wasserrückhalt identifiziert und werde in der anstehenden Beratung der Landwirte gemeinsam konkrete Maßnahmen entwickeln.