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    Max Stadler, Wolnzach, Lkr. Pfaffenhofen

    • Erstellungsdatum: 24.07.2019
Preisträger des boden:ständig-Preises 2019

Er ist einer, der es genau wissen will: Max Stadler, vielen Landwirten aus ganz Bayern als „Regenwurmpapst“ bekannt, ist Pflanzenbauberater am Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten in Pfaffenhofen und dazu noch in ganz Deutschland als Referent unterwegs, wenn es um gesunde Böden geht.
Er gilt als anerkannter Spezialist für die Entwicklung und Implementierung angepasster Produktionsverfahren mit dem jeweiligen Betriebsleiter. Dabei arbeitet er mit engagierten Landwirten zusammen, um mit ihnen einen individuellen, innovativen Weg für den Schutz von Gewässer und Boden zu finden, der genau auf den Betrieb passt. Im Mittelpunkt steht für ihn, die Kreativität und Innovationskraft der Landwirte so zu fördern, dass sie selbst ins Handeln kommen. Das hat auch finanziell einen Vorteil für die Bauern, denn gesunde Böden bringen mehr Leistung.

Stadlers Mission begann in den Neunzigern, als er nach fünf Jahren Entwicklungshilfe in Tansania wieder zurück nach Bayern kam. „Da habe ich erst gesehen, dass sich bei uns kein Mensch das Bodenleben angeschaut hat. Keiner hatte einen Spaten zu Hand, wenn er auf sein Feld ging, immer blieb die Arbeit an der Oberfläche, niemand wollte in die Tiefe gehen.“ Harte Zeiten für Stadler, der durch seine Erfahrungen in Afrika gar nicht verstehen konnte, wie man scheinbar nicht das Beste aus seinen Feldern herausholen wollte. „Seitdem hat sich vieles geändert. Wir Berater haben unsere Arbeit gemacht, viele Landwirte sind neugierig geworden.“

Bis dahin waren als Zwischenfrüchte nur Senf und Klee bekannt. Heute gibt es eine Menge Möglichkeiten, wie das Feld bewirtschaftet werden kann und es werden überwiegend Zwischenfruchtmischungen angebaut. Viele dieser Einsichten sind wohl Stadler zu verdanken. Aber sowas will er nicht hören: „Die Zusammenarbeit aller Beteiligten ist wichtig. Alloa bist da Depp! Ich wurde von meinem Abteilungsleiter immer bestärkt, er hat mir viel Kreativität ermöglicht. Dann müssen natürlich die Landwirte offen sein für Neues und bereit sein, ganz genau hinzuschauen, wenn es um ihren Acker geht. Und damit das alles Sinn hat, brauchen wir auch die Verbraucher und die Politik. Wenn am Ende das Fleisch bei uns aus Rußland kommt, hat keiner von uns gewonnen.“

Stadler verfügt gerne über Weitblick und sieht sich vieles genauer an, was ihn interessiert. Deshalb verschlägt es ihn auch immer wieder ins Ausland, um an Projekten mit der EU oder Russland teilzunehmen. Hier steuert er als Fachmann sein Wissen bei und trifft andere Spezialisten. „Für mich ist der Austausch natürlich sehr wichtig, ich muss Neues erfahren, um neu denken zu können.“ Ein Gewinn ist für ihn die Gesellschaft für konservierende Bodenbearbeitung (GKB), für die er 2012 die Arbeitsgruppe Südbayern gegründet hat. Hier werden Erfahrungen ausgetauscht und neue Denkansätze geteilt. Das ist genau nach Stadlers Geschmack.