Projektansicht
  • Arracher Bach

    boden:ständig im Ortsteil Erpfenzell, Markt Falkenstein

Eine Untersuchung im Auftrag des Landschaftspflege-verbands Regensburg zur Gewässergüte im „Höllbachsystem“ aus 2014 war Auslöser für die Suche nach Lösungsansätzen zur Verringerung von Erosion, Überschwemmungen und diffusen Nährstoffeinträgen im Einzugsgebiet. Nach mehrstufigen Abstimmungsgesprächen stellte sich heraus, dass am Arracher Bach im Umfeld von Erpfenzell besonderer Handlungsbedarf besteht. Zum einen sind die Fließgewässer bei Erpfenzell stark mit Nährstoffen belastet, zum anderen gilt es Überschwemmungen bei Starkregen in Erpfenzell zu minimieren.
Für den Ortsteil Erpfenzell in der Marktgemeinde Falkenstein ist derzeit ein Dorferneuerungsprojekt in Vorbereitung. Im Zuge dieser Vorbereitung war es der Wunsch der Dorfbevölkerung, „die Hochwassersituation durch die Erneuerung des Weiherabflusses zu beseitigen“. Auch soll der „Löschweiher als Dorfweiher naturnah gestaltet werden und zugänglich und so nutzbar für Aufenthalt und Kinderspiel“ werden. Dabei soll der „Weiherzulauf (namenloser Wiesengraben) in die Dorfplatzgestaltung einbezogen“ werden.

Im Rahmen einer Dorferneuerung können jedoch lediglich die innerörtlichen Symptome bearbeitet werden. Die Ursachen für hohes Wasseraufkommen und schlechte Gewässergüte, auch im zu gestaltenden Dorfweiher, können aber nur in der ganzheitlichen Betrachtung unter Einbeziehung der Flur um das Dorf langfristig sinnvoll behoben werden. Hierfür ist die Initiative boden:ständig besonders geeignet.

Projektdaten

Projektgebiet
Regierungsbezirk: Oberpfalz
Landkreis: Cham
Gemeinden: Falkenstein
Natur-/Produktionsraum: Hügelland des Falkensteiner Vorwalds
Größe: 4,4 km2

Projektlaufzeit
Start 2017

Ziele

  • Vermeidung/Reduzierung des Wasseraufkommens aus der Flur und der damit verbundenen Überflutung der Straße
  • Verbesserung der Gewässerqualität des Dorfweihers und des Lederbauernbaches sowie Reduzierung der Einträge in den Arracher Bach
  • Nährstoffrückhalt und Erosionsschutz auf den landwirtschaftlichen Flächen
  • Bedarf an landwirtschaftlichen Flächen für Rückhaltemaßnahmen so gering wie möglich halten

Maßnahmenschwerpunkte

  • Erosionsmindernde Bodenbearbeitung (z.B. Mulchsaat)
  • Verbesserung der Aufnahmefähigkeit des Bodens für Niederschlagswasser durch optimierte Bewirtschaftung
  • Temporäre Rückhaltung des anfallenden Niederschlagswassers in den Teileinzugsgebieten
  • Integration von gut bewirtschaftbaren temporär wirksamen Rückhalteräumen in die landwirtschaftlichen Flächen unter Vermeidung von großen technischen Bauwerken
  • Weitgehende Beibehaltung der landwirtschaftlichen Nutzung in den Rückhalteräumen auf Basis des Kulturlandschaftsprogramms
  • Schaffung von Boden- und Landschaftsstrukturen, wie z.B. Bodenmodellierungen oder Ackerraine zur Verlangsamung des Niederschlagswasserabflusses in der Fläche
  • Vermeidung des Kurzschlusses von Drainagen in Bäche und Gräben z.B. durch Vorschaltung von Sickermulden
  • Nutzung vorhandener Strukturen, wie z.B. Gräben für die kleinflächige Rückhaltung des Niederschlagswassers in den Teileinzugsgebieten

Projektorganisation und Umsetzung

Organisation des Projektes – Projektbeteiligte:
  • Markt Falkenstein
  • Amt für Ländliche Entwicklung Oberpfalz
  • Landschaftspflegeverband Regensburg e.V.
  • Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten, Cham
  • Fachzentrum Agrarökologie Oberpfalz
  • Wasserwirtschaftsamt Regensburg
  • Landschaftsplaner, Ingenieure
  • Landwirtschaftliche Berater (freiberuflich; Erzeugerring)
  • Bayerischer Bauernverband, Landkreis Cham
Der Markt Falkenstein ist zentraler Projektträger und Motor vor Ort. Die Kommune unterstützt die Abstimmung von Rückhaltemaßnahmen, insbesondere durch Flächenbereitstellung.
Das Amt für Ländliche Entwicklung ist Projektträger und Fördermittelgeber für die Beratungsverträge.
Der Landschaftspflegeverband Regensburg ist Projektleiter und Koordinator der Planungs- / Beratungs-leistungen sowie der Maßnahmenumsetzung
AELF, Fachzentrum für Agrarökologie und WWA unterstützen mit fachlicher Beratung als auch mit Förderprogrammen.
Der Landschaftsplaner führt Bestandskartierungen zu den Pfaden diffuser Nährstoffeinträge, des Wasserabflusses und des Erosionsgeschehens durch und entwickelt mit den Projektbeteiligten ein Planungskonzept zur Wasser- und Nährstoffrückhaltung.
Die „Brennpunkte“ der Bestandserhebung und absehbare Flächen zur Wasserrückhaltung werden in das künftige Verfahrensgebiet der Dorferneuerung miteinbezogen.
Landwirtschaftliche Berater (freiberuflich, Erzeugerring, z.T. AELF) beraten Eigentümer und Bewirtschafter der Flächen in Hinblick auf Verminderung der Bodenerosion und Rückhaltung des Niederschlagswassers im Boden und in der Fläche.
Ergebnisse der Beratungen werden vom Landschaftsplaner in ein Handlungskonzept sowie in Entwürfe für konkrete Umsetzungsmaßnahmen eingearbeitet.

Projektstand

  • Projektvorbereitung
  • Es herrscht Einvernehmen seitens des Marktes Falkenstein, des ALE, des AELF als auch des LPV, ein boden:ständig Projekt am Arracher Bach im Umfeld von Erpfenzell zu starten.
  • Erste Flurbesichtigungen und Gespräche mit Kommune, örtlichen Landwirten, ALE und AELF zur Einschätzung der Problematik haben bereits stattgefunden.
  • Eine spätere Ausweitung des Projekts auf benachbarte Bereiche am Arracher Bach bzw. Höllbach wäre zur Reduzierung vergleichbarer Probleme wünschenswert.
  • Die Initiative boden:ständig wurde in einer Ortsversammlung mit allen betroffenen Landwirten zusammen mit den Fachstellen vorgestellt

Kontakt

Landschaftspflegeverband Regensburg e.V., Altmühlstraße 3, 93059 Regensburg
Tel: 0941/4009-252
lpv@landratsamt-regensburg.de
http://www.lpv-regensburg.de