Waldsee Wemding

Reduktion von Nährstoff- und Bodeneintrag in den Wemdinger Waldsee

Veschlämmung und Erosionsrinnen im Einzugsgebiet

Die Initiative zur Ausweisung eines neuen boden:ständig Projektgebiets geht von der Stadt Wemding aus. Hintergrund ist dabei die zunehmende Eutrophierung und Verschlammung des Wemdinger Waldsees.

Bereits 2010 hat die Stadt unter hohen Baukosten den Waldsee ausbaggern lassen. Um eine baldige Wiederholung der Maßnahme zu verhindern, wurden in den letzten Jahren einige wasserbauliche Verbesserungen an den Zuläufen durchgeführt. Der Hauptzufluss wurde umgeleitet und fließt nun durch einen Schilfgürtel, um die biologische Filterwirkung zu verbessern. Im Waldsee und im oberhalb gelegenen Erlachweiher wurden Dammschüttungen zum Sedimentfang angelegt. Zudem wurde ein direkt oberhalb des Waldsees gelegener Vorfluter vergrößert um weitere Sedimentfrachten abhalten zu können.

Das gesamte Einzugsgebiet des Waldsees hat eine Fläche von 345 ha, wovon etwa 95 ha ackerbaulich genutzt werden. Die Ackerflächen haben teils steile Hanglagen und die angebauten Fruchtfolgen weisen einen sehr hohen Maisanteil auf.
Starkregenereignisse im Einzugsgebiet Mitte August 2017 haben bei mehreren bereits abgedroschenen und bearbeiteten Feldern zu teils erheblichen Erosionsschäden mit tiefen Erosionsmulden geführt. An einigen dieser Stellen wurde bei einer ersten Ortsbegehung am 22.08.2017 deutlich, dass dabei auch Erdmaterial in den Erlachweiher und den kleinen Vorfluter des Waldsees gelangt ist.

Hauptaugenmerk im geplanten Projektgebiet Waldsee Wemding soll also auf die Reduktion von Nährstoff- und Feinmaterialeintrag aus ackerbaulich genutzten Flächen gelegt werden.



Projektgebiet
Regierungsbezirk: Schwaben Landkreis: Donau-Ries Gemeinden: Wemding, Wolferstadt Natur-/Produktionsraum: Südliche Frankenalb Größe: 345 ha

Projektlaufzeit
seit Januar 2018

Ziele
Besonders durch die Anlage erosionsmindernder Landschaftselemente und die Umgestaltung des bestehenden Abflussregimes entlang der Haupteintragspfade soll die Verschlämmung und Nährstoffzufuhr in den Waldsee verringert werden.
Zudem soll durch bodenschonende Wirtschaftsweise und die Anlage von Pufferstreifen der Ackerboden dauerhaft auf den Feldern erhalten bleiben.

Maßnahmenschwerpunkte
Erosionsmindernde Bewirtschaftung
Anlage von Puffer- und Erosionsschutzstreifen auf Landwirtschaftlichen Flächen
Drosselung des Abflusses im Einzugsgebeit durch dezentrale bauliche Maßnahmen

Projektstand
Die ersten Begehungen mit Landwirten und Vertretern der Gemeinden sind erfolgt.
In Zusammenarbeit mit den Beteiligten wurden Bestands- und Bewertungsplan sowie ein vorläufiger Maßnahmenplan erarbeitet

Der Maßnahmenplan wurde vor Eigentümern und Bewirtschaftern vorgestellt und Landwirte aus dem Projektgebeit haben sich zur Anlage von Erosionsschutzstreifen über das KULAP Programm verpflichtet. Im Frühsommer sollen diese in Form mehrjähriger Blühmischungen angesät werden. Ein Gewinn für den Waldsee, aber auch für die Biodiversität. Die Stadt Wemding übernimmt die Kosten für das Saatgut.

Kontakt
Bernhard Bacherle
Projektleiter boden:ständig
Tel.: 08282 92-258
Mail: bernhard.bacherle@ale-schw.bayern.de
Amt für Ländliche Entwicklung Schwaben
Dr.-Rothermel-Str.12
86381 Krumbach (Schwaben)