Bodenkirchen

Bürgerengagement für unsere Gewässer. Gemeinsam Wasser- und Stoffrückhalt in den Einzugsgebieten fördern.

"Bach-Spaziergänge" an der Bina zur Motivation der Anlieger

Im Projektgebiet wurden bereits verschiedene Gewässerabschnitte naturnäher gestaltet und aufgewertet.Weitere Bachabschnitte folgen kontinuierlich. Wichtig ist die Öffentlichkeitsarbeit und die Einbindung der Bürger.

Januar 2017

Regierungsbezirk: Niederbayern



Projektgebiet
Regierungsbezirk: Niederbayern Landkreis: Landshut Gemeinden: Bodenkirchen Natur-/Produktionsraum: Niederbayerisches Tertiär-Hügelland Größe: 1038 ha

Projektlaufzeit
Beginn: Herbst 2014

Ziele

  • In der „Bina-Gemeinde“ Bodenkirchen sind sowohl die Bina als auch nahezu alle Zuläufe begradigt und daher in vielen Abschnitten eingetieft; die intensiv genutzten Flächen reichen meist bis unmittelbar ans Ufer. Hier steht zunächst die Ausweisung von Uferstreifen (als Pufferzonen) und die strukturelle Verbesserung der Bachläufe im Vordergrund.
  • Im Gemeindegebiet Bodenkirchen kommt es außerdem durch mehrere angrenzende Kleineinzugsgebiete und abflusswirksame Muldenzüge mit Erosionsproblemen zu Stoffeinträgen in die Bina. An mehreren Stellen werden daher Rückhaltemaßnahmen vorbereitet und konkretisiert, die zusammen mit dem Amt für Ländliche Entwicklung umgesetzt werden sollen.
  • In der Gemeinde Bodenkirchen gelten die Öffentlichkeitsarbeit und Bürgerbeteiligung als wichtiges Ziel (z.B. Gebietsbegehungen und „Spaziergänge“ unter fachkundiger Führung, Pflanzaktionen).


Maßnahmenschwerpunkte
  • Uferschutzstreifen werden angekauft oder von den Anliegern (nach erfolgreicher Überzeugungsarbeit) freiwillig zur Verfügung gestellt; anschließend erfolgt eine Verbesserung der Gewässerstruktur unter anderem durch Uferabflachungen und Uferaufweitungen sowie eine extensive Nutzung der Uferstreifen zur Abpufferung von Stoffeinträgen.
  • Im Gemeindegebiet Bodenkirchen sind Rückhaltemaßnahmen in den Kleineinzugsgebieten der Nebenbäche und im Bereich von abflusswirksamen Muldenzügen mit Erosions- und Stoffeintragsproblemen in Planung.
  • Im Rahmen der Öffentlichkeitsarbeit und Bürgerbeteiligung erfolgten bislang in der Gemeinde Bodenkirchen Begehungen entlang der Bächläufe unter fachkundlicher Führung und Pflanzaktionen an den Bachufern mit Schulklassen und Vereinen. Die Initiative boden:ständig wurde außerdem in Vorträgen vorgestellt, die an die Kommunen und die Bevölkerung im gesamten Landkreis Landshut gerichtet waren.


Projektorganisation und Umsetzung
  • Die Maßnahmen an den Bachläufen übernimmt die Gemeinde entweder im Rahmen der Gewässerunterhaltung (mit Zuschüssen der Wasserwirtschaftsverwaltung) oder in Form ökologischer Ausgleichsmaßnahmen. Von der Information der Bürger über die Vorbereitung einzelner Maßnahmen bis zur Durchführung wird die Gemeinde vom Umsetzungsbetreuer unterstützt.
  • Der Erwerb von Uferstreifen bzw. Ufergrundstücken erfolgt durch die Gemeinde.
  • Bei allen anderen Gewässerabschnitten wird zusammen mit der Gemeinde Überzeugungsarbeit geleistet, damit die Anlieger die Uferstreifen auf freiwilliger Basis zur Verfügung stellen. In einigen Fällen werden auch Uferstreifen mit KULAP-Förderung angelegt.
  • In der Gemeinde Bodenkirchen wurde im Oktober 2016 eine Teilnehmergemeinschaft mit freiwilligen „Mitstreitern“ gegründet, um ein Flächenmanagement und bauliche Maßnahmen (z.B. Rückhaltungen) im Rahmen eines Verfahrens der Ländlichen Entwicklung umzusetzen und damit auch aufwändigere Maßnahmen mit Flächenbedarf realisieren zu können.

Fachliche Projektbegleitung durch:
  • Landschaftsplaner Berthold Riedel vom Landschaftsbüro Riedl-Pirkl-Theurer.
  • Landwirtschaftsberatung führt bei Bedarf Franz Knogler von der BBV Landsiedlung durch.


Projektstand
  • Die Gründung einer Teilnehmergemeinschaft für ein Verfahren der Ländlichen Entwicklung, das sich aus mehreren Teilgebieten an den Nebenbächen und in Muldenzügen entlang der Bina zusammensetzt, erfolgte im Oktober 2016.
  • Im Gemeindegebiet Bodenkirchen wurden bislang an über 3 Kilometern die
    Ufer der Bina naturnäher gestaltet. Durch die Abflachung der Ufer erhält das Gewässer mehr Raum, wodurch der Abfluss bei Starkregenereignissen verlangsamt wird. Zudem wird durch die extensive Nutzung der gewässerbegleitenden Streifen der Eintrag von Bodenteilchen und Nährstoffen ins Gewässer minimiert.
    Weitere Abschnitte werden folgen.
  • Eine verhältnismäßig kleine Maßnahme mit großer Wirkung für den Schutz der Bina vor Boden- und Nährstoffeinträgen ermöglichte ein Landwirt auf privater Fläche: am Ende eines langgezogenen Muldenzuges wurde im August 2018 eine zur Bina parallel verlaufende Geländemulde errichtet. In diese gelangt nicht nur oberflächlicher Abfluss bei Starkregen bzw. bei Schneeschmelze. Sie nimmt auch belastetes Drainagewasser auf, Wasser, welches bisher über Rohrleitungen direkt in die Bina geleitet wurde. In dieser mit autochthonem Saatgut angesäten Feuchtmulde wird einerseits anfallendes Wasser zurückgehalten und andererseits werden mitgeschwemmte Boden- und Nährstoffpartikel sedimentiert.
    Das Wasser fließt gereinigt über einen in die Maßnahme einbezogenen vorhandenen Graben in die Bina.
    Die Maßnahme wirkt sich nicht nur auf die Wasserqualität der Bina positiv aus, sondern ebenfalls auf die Biodiversität, wie Beobachtungen bestätigen.
    Die Maßnahme wurde zusammen mit dem Amt für Ländliche Entwicklung Niederbayern umgesetzt und über das Kulturlandschaftsprogramm B59 gefördert.


Kontakt
berthold.riedel@landschaftsbuero.net