Projektbezogene Nachricht
Gemeinsam im Aufbachtal – erste Ortsbegehung
Ein offener Austausch zu Beginn des Projektes liefert wertvolle Hinweise der örtlichen Landwirte, wie zukünftig Bodenerosion und Überschwemmungen in Roggden verhindert werden können. Der Landschaftspflegeverband Donautal-Aktiv übernimmt dabei die Koordination und soll nun mit allen Beteiligten den Boden- und Gewässerschutz im Gebiet voranbringen

Erfahrungen

Das boden:ständig Team rund um Donautal Aktiv e.V., dem Landschaftspflegeverband im Landkreis Dillingen und die Amtsmänner vom AELF Wertingen und dem ALE Schwaben freute sich über die rege Teilnahme der Bewirtschafter vor Ort. Auf Initiative der Ortsobmänner und Ortsbäuerinnen waren fast alle in der Gemarkung Roggden wirtschaftenden Betriebe vertreten.
Nach einer kurzen Vorstellungsrunde ging es gleich zur Sache: anhand der Erosionsgefährdungskarten des LfL wurde deutlich gemacht, dass nicht nur die Hangneigung, sondern auch die Länge der Schläge zu einem erhöhten Erosionsrisiko führten. Lothar Kämpfle von Donautal Aktiv e.V. machte deutlich, dass das Potential des Wasserrückhalts in der Fläche durch angepasste Bewirtschaftung und Techniken wie Mulch- oder Direktsaat noch nicht ausgeschöpft sei. Nur mit Rückhalte- und Absetzbecken sei das Problem nicht in den Griff zu bekommen. Außerdem sind solche baulichen Maßnahmen immer mit einem Verlust an landwirtschaftlicher Nutzfläche verbunden. Im Anbetracht des hohen Flächenverbrauchs der heutigen Zeit gilt es diesen so gering wie möglich zu halten. Im Anschluss stellte Frau Kling von Donautal Aktiv e.V. den vorläufigen Bestands- und Bewertungsplan vor. Hier wurden allen Teilnehmern die Problemstellen nochmals deutlich vor Augen geführt. Mögliche Lösungen, wie die Neuanlage von hangparallelen Heckenstrukturen aber auch verschiedene produktionsintegrierte Maßnahmen oder ein freiwilliger Land- oder Nutzungstausch zur hangparallelen Bewirtschaftung wurden heftig diskutiert.
Auch bei der anschließenden Rundfahrt im Einzugsgebiet des Aufbachs kam eine angeregte Diskussion in Gang. Von den Möglichkeiten moderner Feldtechnik über wirtschaftliche Zwänge bis hin zu grundlegenden Missständen in der Agrarpolitik wurden viele Themen angeschnitten. Der Hauptgrund für die Zusammenkunft wurde dabei aber nicht aus den Augen verloren: was kann jeder Einzelne tun, um Wasser und Boden rund um Roggden zurückzuhalten? Denn darin war man sich einig: ein Ereignis wie 2016 soll nicht wieder passieren.